Netzwerklast
Das MOBOTIX-Konzept ist von Hause aus auf eine möglichst niedrige Netzwerkbelastung ausgelegt. Dazu trägt vor allem die in der Kamera integrierte Bildverarbeitung sowie die kamerainterne Ereignisdetektion bei, mit der das Gerät Bewegungen im Bild erkennt. Durch diese Konzeption bieten die MOBOTIX-Kameras die Möglichkeit, Aufnahmen erst dann ins Netzwerk zu übertragen, wenn sie tatsächlich gespeichert werden sollen, beispielsweise wenn ein Ereignis eingetreten ist. Die Entscheidung dazu trifft die Kamera selbst. Das Verfahren bietet den großen Vorteil, dass die MOBOTIX-Kameras keinen kontinuierlichen Kontakt und Datentransfer mit dem Netzwerk benötigen. Da sie die Speicherung zudem selbstständig durchführen, entlasten sie den zentralen Speicher-PC erheblich.
Nachteile der klassischen Technik
Im Gegensatz dazu erfolgt in klassischen Systemen die Bildauswertung auf einem zentralen PC, dessen Auswertungs-Software die Bilddaten kontinuierlich über das Netzwerk lesen muss. Darüber hinaus haben solche Systeme den Nachteil, dass alle Kameraaktivitäten über einen zentralen PC abgewickelt werden, der so das Nadelöhr des Gesamtsystems bildet. Gerade bei der Aufzeichnung mehrerer Kameras wird neben einer hohen Netzwerklast so auch schnell die Aus- beziehungsweise Überlastung des PCs verursacht.
MOBOTIX-Kameras belegen im Livebetrieb unter Einsatz des MxPEG-Kompressionsverfahrens bei guter Bildqualität und voller Bildrate eine Kapazität zwischen 1 und 1,5 Megabit eines Netzwerks. Bei der Bildspeicherung kann sich dieser Wert allerdings verdoppeln. Um auch hier das Netzwerk zu schonen, bieten die MOBOTIX-Kameras die Möglichkeit, beim Speichern eine andere Bildrate als beim Live-Bild zu wählen. Bei Motion-JPEG steigt die Bandbreite um den Faktor 2 bis 3 an, da dabei die einzelnen Frames immer als Vollbilder übertragen werden.
Netzwerke sind heute kein Video-Engpass
Die Datenübertragung von einer Kamera zum PC stellt heute kein Problem mehr dar, denn im Normalfall sind nur noch sternverkabelte 100-Mbit-Netzwerke im Einsatz, bei denen ein Videosignal nur rund zwei Prozent der Kapazität einer Leitung belegt. Die alten 10-Mbit-Koax-Ringleitungen sind heutzutage weitgehend ersetzt worden. Bei dieser Umstellung kam nicht nur die Bandbreitenerhöhung um den Faktor 10 zum Tragen, sondern vor allem auch die Änderungen der Netzwerkstruktur vom Ring zum Stern.
Die alten 10-Mbit-Netzwerke waren ringförmig aufgebaut und liefen von jeweils einem Benutzer zum nächsten. Dies sparte zwar Kabel, aber wenn viele Benutzer miteinander kommunizierten, waren alle Benutzerdaten gleichzeitig an jeder Stelle im Kabel und lasteten somit das Netzwerk schnell aus.
Die neuen 100-Mbit-Netzwerke dagegen sind sternförmig über einen Verteiler, den so genannten Switch, verbunden. Dieser analysiert die Datenpakete auf jeder Leitung und schickt sie ausschließlich dort hin, wo der Empfänger sitzt. In der Regel belegen hierdurch die Daten einer Kamera nur zwei Leitungen: das Kabel von der Kamera zum Switch und das vom Switch zum PC. Alle anderen Leitungen werden nicht beeinflusst und müssen demnach auch keine Kapazitätseinbußen hinnehmen.
Eine einzige Gigabit-Leitung reicht
Eine MOBOTIX-Kamera mit MxPEG belegt bei einer Aufzeichnung von 25 Bildern pro Sekunde im CIF-Format (320 x 240 Pixel) inklusive Audio rund 1 bis maximal 2 Mbit auf dem Netzwerk, verursacht also nur 2 Prozent Netzwerklast auf einem standardmäßigen 100-Mbit Netzwerk. Eine einzelne Leitung von der Kamera zum Switch wird dadurch praktisch nicht belastet. Allerdings addiert sich an der “Sammelleitung” vom Switch zum PC die Last aller Kameras.
Um Verzögerungen in der Darstellung zu vermeiden, sollte die praktische Netzwerklast nicht mehr als 30 bis 40 Prozent, also bei einem 100-Mbit Netzwerk 30 bis 40 Mbit, betragen. Dies entspricht 15 bis 20 Livekameras mit voller Bildrate. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, einen Gigabit-Switch einzusetzen, der zumindest an zweien seiner Anschlüsse, nämlich demjenigen zum Anzeige-PC und eventuell auch dem zum Speicher-PC, eine zehnfach höhere Bandbreite zur Verfügung stellt. Ein solches System kann bequem 100 Kameras live zu einem PC übertragen und ist zugleich recht kostengünstig, denn mittlerweile sind Gigabit-Switches mit 48 100-Mbit-Eingängen und 2 Gigabit-Leitungen für rund 800 Euro erhältlich.
