Sichere Produktionsüberwachung
Einsatz robuster Kameras im Zellstoffwerk
Milliarden-Investition
Papier bleibt geduldig. Trotz des digitalen Zeitalters erfreut sich die Papierindustrie – auch in Deutschland – nach wie vor einer großen Nachfrage. Entsprechend hoch ist der Bedarf an gebleichtem Langfaserzellstoff, aus dem dann Fein- und Druckpapiere sowie hochwertiges Hygienepapier hergestellt werden.
Der große Bedarf war für den amerikanisch-kanadischen Konzern Mercer International Inc. ein wichtiger Grund, ein neues Zellstoffwerk im Norden des Bundeslands Sachsen-Anhalt zu errichten. Natürlich waren auch die gute Infrastruktur und die vorteilhafte zentrale Lage in Europa wichtige Voraussetzungen dafür, dass hier insgesamt eine Milliarde Euro investiert und so auch 580 Arbeitsplätze geschaffen wurden. Damit gehört die moderne Fabrik, die im Sommer 2004 ihre Produktion aufnahm, zu den größten Arbeitgebern in der Region.
Jährlich verarbeitet die Zellstoff Stendal GmbH auf dem ca. 80 ha großen Gelände 2 Mio. Festmeter Rundholz und 1 Mio. Festmeter Hackschnitzel zu 570.000 Tonnen Zellstoff. Dabei werden die Rundhölzer in der Faserlinie entrindet, gehackt und in einem chemischen und thermischen Aufschlussprozess gekocht. Der so entstehende Faserbrei wird anschließend gewaschen, sortiert, gebleicht, entwässert, getrocknet und gepresst. In der so genannten Laugenlinie gewinnt man die verwendeten Chemikalien zurück und führt sie dem Produktionsprozess wieder zu.
Nachhaltig und umweltschonend
Die komplette Fertigung erfolgt nachhaltig und umweltschonend. So wächst zum Beispiel in Deutschland mehr Holz nach als geerntet wird. Durch das CO2-neutrale Verbrennen des Restholzes, der Kochlauge und des Klärschlamms wird nicht nur der relativ hohe Energiebedarf der Fabrik (55 MW) erzeugt, es können darüber hinaus auch weitere 35 MW ins öffentliche Stromnetz eingespeist werden. Zur sicheren Überwachung der Zellstoffproduktion setzt die Zellstoff Stendal GmbH insgesamt 58 MOBOTIX Kameras ein.
Zu gefährlich
"Viele Bereiche in der Fertigung sind für unsere Mitarbeiter zu laut, zu warm oder zu gefährlich. Trotzdem muss auch in diesen Bereichen die Produktion sorgfältig überwacht werden", erläutert Kay Heppner, Systemmanager bei der Zellstoff Stendal GmbH, den Grund für die relativ dichte Kamera-Überwachung. Bereits in der Projektierungsphase wurde deshalb die Niederlassung Magdeburg der Siemens AG (www.siemens.de > Standorte > Magdeburg) damit beauftragt, ein umfassendes Kommunikations-Konzept für ein Datennetz zu erstellen. Dies sollte nicht nur die Dienste ‘Daten’ und ‘Sprache/Telefonie’ berücksichtigen, sondern auch die Übertragung von Bildern, die dann direkt in den Produktionsleitwarten angezeigt werden sollten.
Aufwändig analog?
"Diese Bilder benötigen wir live und in guter Qualität, um eine optimale Überwachung sicherzustellen", ergänzt Heppner. "Denn ohne ein funktionstüchtiges Kamera-System könnten wir nicht produzieren. Ein Kamera-Ausfall würde für uns gleichzeitig auch ein Produktionsausfall bedeuten." Gute Live-Bilder – diese Aufgabe hat man früher klassischerweise mit analoger Videotechnik gelöst. "Aber das hätte einen extrem hohen Verkabelungsaufwand bedeutet", gibt Axel Borchers zu bedenken.
Der Diplom-Ingenieur hat als Fachberater Netze der Siemens AG in Magdeburg das Kommunikations-Konzept erstellt und das Projekt begleitet. "Für die digitalen Dienste ‘Daten’ und ‘Sprache’ war ein Glasfaser/Kupfer-Netz vorgesehen, mit dem auf dem weitläufigen Gelände 25 Gebäude angefahren werden sollten. Bei analoger Videotechnik hätten wir mit viel Aufwand ein weiteres Kabel verlegen sowie die erforderlichen Kreuzschienen und entsprechende Monitore installieren müssen."
Grund genug darüber nachzudenken, ob es eine IP-Kamera gibt, deren Bildrate für die Aufgabe ausreicht und die sich einfach auf das bereits geplante digitale Netzwerk aufschalten lässt. "Wir haben in der Vergangenheit bereits sehr gute Erfahrungen mit den Netzwerk-Kameras von MOBOTIX gemacht. Darüber hinaus ergaben Tests, dass sie die geforderte Bildqualität bieten und damit die wesentlichen Voraussetzungen erfüllen. Deshalb haben wir in unserem Kommunikations-Konzept diese Technologie empfohlen", bemerkt Borchers.
"Das beste System!"
"Parallel dazu haben wir uns natürlich auch verschiedene Lösungen angeschaut und dabei ebenfalls festgestellt, dass MOBOTIX im Hinblick auf die Qualität und Möglichkeiten das beste System hat", fügt Heppner hinzu. "Die Kamera hat keine mechanischen Teile. Sie ist also extrem robust. Darüber hinaus hat sie keine Probleme mit Temperaturschwankungen und kommt mit verschiedenen Helligkeiten sowie mit Gegenlicht sehr gut klar. Sie verfügt also über viele Details und Features, die wir gerade bei unserer Produktionsüberwachung dringend brauchen."
An jedem Ort
Begeistert ist der Systemmanager auch von der Flexibilität: "Ich kann die Kamera an jedem Punkt des Netzwerkes anschließen und das Bild an jedem anderen Punkt mit einem normalen PC oder Notebook verfügbar machen. In der Leitwarte lassen sich die Kamerabilder problemlos auf einen anderen Monitor umschalten. Die Wartung ist ebenfalls sehr einfach. Bei Bedarf könnte ich mich sogar zu Hause einloggen, um zum Beispiel die Konfiguration einer Kamera zu verändern."
Obwohl man bei der Zellstoff Stendal GmbH nun insgesamt drei Dienste über eine Datenleitung routet, ist die Performance nicht beeinträchtigt. So haben Messungen ergeben, dass die Netzwerklast des Kommunikationsnetzwerks auch bei der Übertragung der Videobilder außergewöhnlich gering ist. Das liegt sicher an den komfortabel dimensionierten 100 MBit- (Kupfer) bzw. 1 GBit- (Glasfaser) Leitungen, aber auch daran, dass die MOBOTIX Technologie trotz ihrer hohen Leistung eine extrem niedrige Datenrate benötigt.
Selbstverständlich MOBOTIX
Kein Wunder, dass der Systemmanager Kay Heppner mit der Kamera-Lösung sehr zufrieden ist. Darüber hinaus deutet alles darauf hin, dass man bei Siemens auch weiterhin gerne mit dem System arbeitet. Denn in der direkten Nachbarschaft der Zellstoff Stendal GmbH errichtet ein italienischer Konzern gerade eine neue Papierfabrik, deren Kommunikations- Netzwerk ebenfalls von der Siemens Niederlassung Magdeburg konzipiert wird. Und für Axel Borchers ist es selbstverständlich, dass auch bei diesem Projekt MOBOTIX Kameras für die Produktionsüberwachung eingesetzt werden
Verwendete Hardware
Kameras: 58 MOBOTIX M10D-Night |