Sicherheit für Fußball-Fans
Perfekter Überblick im Stadion
Gern gesehene Gäste
Während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland war die Welt auch zu Gast in Kaiserslautern. Vier Vorrundenspiele und ein Achtelfinale wurden im Fritz-Walter-Stadion auf dem Betzenberg ausgetragen. Mit seinen 105.000 Einwohnern ist Kaiserslautern damit die kleinste WM-Stadt, in der jemals ein Achtelfinale ausgetragen wurde.
Umso größer ist die Fußball-Begeisterung in der Pfalz-Metropole, die auch die Besucher angesteckt hat: Bei jedem WM-Spiel war der "Betze", wie das Stadion liebevoll im Volksmund genannt wird, komplett ausverkauft. Zusätzlich drängten sich Zigtausende auf der Fan-Meile und den Public-Viewing-Plätzen in der Innenstadt.
Sympathische Präsenz
Insgesamt fast eine Viertelmillion Besucher wurden während der fünf WM-Spiele im Stadion gezählt. Bei aller Fußball-Begeisterung – so eine Menschenmenge birgt immer ein hohes Sicherheitsrisiko, insbesondere, wenn es sich um eine internationale Veranstaltung handelt, die im Fokus der Weltöffentlichkeit steht. Kein Wunder also, dass die Polizei in Kaiserslautern in höchster Alarmbereitschaft war. Überall in der Stadt und im Stadion zeigte sie Präsenz – und das auf eine äußerst sympathische Art und Weise.
Ein Konzept, das funktionierte: "Sämtliche Spiele verliefen sehr friedlich", resümiert Polizeioberrat Uwe Giertzsch, der als Leiter der Polizeiinspektion I und des Einsatzabschnitts Stadion für die Sicherheit im Fritz-Walter-Stadion verantwortlich ist. "Es gab während der WM-Spiele weniger Probleme als beispielsweise bei einer Bundesliga-Begegnung."
Zukunftsweisende Videoüberwachung
Im Rahmen eines zukunftsweisenden Videoüberwachungs-Systems haben 77 MOBOTIX Kameras zur Sicherheit der Fußball-Fans während der Weltmeisterschaft beigetragen.
Überblick behalten
"Für mich war von Anfang an klar, dass die Videoüberwachung eine wichtige Rolle spielt", sagt Polizeioberrat Uwe Giertzsch, der am Sicherheitskonzept für die WM 2006 in Kaiserslautern mitgearbeitet hat. "Als Polizei wollten wir zwar sichtbar sein, aber eine bedrückende oder gar bedrohliche Präsenz vermeiden. Trotzdem mussten wir natürlich den Überblick behalten. Dazu benötigten wir konkrete Bilder von der Situation vor Ort, um mögliche Störungen frühzeitig zu erkennen und die richtigen Entscheidungen zu treffen."
Entsprechend den Anforderungen der Sicherheitskräfte erstellte das unabhängige Ingenieurbüro GPC GmbH (www.it-gpc.de) die Unterlagen für die öffentliche Ausschreibung. Diese sahen ein ausgeklügeltes Videoüberwachungs-System vor, das sowohl einen allgemeinen Überblick über die Aufenthaltsbereiche als auch ein gezieltes Heranzoomen konkreter Personen ermöglichte.
"Für die Überwachung der Eingangs- und Aufenthaltsbereiche haben wir MOBOTIX Kameras ausgeschrieben", sagt Claus Schmitt, Senior-Consultant bei GPC, "weil wir mit dieser Technologie in punkto Kosten, Leistung und Qualität sehr gute Erfahrungen gemacht hatten und sie im Hinblick auf Organisation und Wirtschaftlichkeit die günstigste Lösung ist."
Geringe Kosten ...
... durch detailreiche Bilder
Die Technologie ist auch deshalb kostengünstig, weil MOBOTIX mit einer Kamera auskommt, wo andere Hersteller zwei benötigen. So wird für die Überwachung zweier nebeneinander liegender Drehkreuze nur eine Kamera eingesetzt. Trotzdem ist die Detailschärfe höher, da die Aufzeichnung mit einem Megapixelbild (1280 x 960) erfolgt. Und das enthält zwölf- bzw. sechsmal mehr Bildpunkte als die in Stadien übliche Standard-CIF- (352 x 288) bzw. 2-CIF-Auflösung (704 x 288). Dadurch können in diesem Bereich auch die von der Polizei zusätzlich geforderten beweissicheren Personenaufnahmen erstellt werden.
... durch preiswerte Notstromversorgung
Eine ganze Reihe weiterer Gründe haben dazu geführt, dass Kaiserslautern mit Hilfe von MOBOTIX im Vergleich zu den anderen WM-Stadien die preisgünstigste Videoüberwachung realisieren konnte. Dazu zählt sowohl die einfache Kabelverlegung mit Standardkomponenten der IT-Netzwerktechnik – selbst wireless ist problemlos möglich – als auch die unkomplizierte Stromversorgung.
Die MOBOTIX Technologie verzichtet bewusst auf mechanische Bauteile in der Kamera, um ein hohes Maß an Robustheit zu gewährleisten. Dadurch benötigt sie keine Heizung für den Winter – und äußerst wenig Energie, nämlich nur ca. drei Watt, wo andere Systeme mit 7 - 10 bzw. 25 Watt im Winter arbeiten. Entsprechend einfach und kostengünstig kann die Notstromversorgung gestaltet werden, da kein 240 V-Anschluss erforderlich ist.
... durch weniger Speicher-PCs
Dank der Intelligenz in der Kamera wird eine geringere Anzahl von Speicher-PCs benötigt und durch die Verwendung von Linux als Betriebssystem lassen sich Lizenzgebühren einsparen.
Komplexe Konfiguration…
"Für eine besser gesteuerte Überwachung der Eingangsbereiche und der Tribünenplätze waren zusätzlich noch schwenk- und neigbare analoge Pan-Tilt-Zoom-Lösungen erforderlich", ergänzt Claus Schmitt. Hier wurden im Außenbereich Dome-Kameras ausgeschrieben und im Stadion-Inneren hoch auflösende Kameras der Firma TVI-Lederer, die zum Beispiel in der Lage sind, Personen auf der anderen Stadionseite formatfüllend heranzuzoomen.
Für alle elektrotechnischen Gewerke erhielt schließlich Siemens den Auftrag. Zur Konfiguration und Inbetriebnahme der MOBOTIX Kameras beauftragte der Konzern das Dienstleistungsunternehmen WVE GmbH (www.wve-kl.de), das auch die komplexe Video-Verkehrs-Überwachung zur WM in Kaiserslautern realisiert hat.
…einfach integriert
Die analogen Kamerabilder ließen sich mit Hilfe einer 4-fach Framegrabber-Karte digitalisieren und in das MOBOTIX Netzwerk integrieren. Auch das Steuerprotokoll der Siemens Dome-Kameras wurde in die MOBOTIX Server-Software programmiert, sodass die Steuerbefehle ebenfalls über das Netzwerk übertragen werden konnten. Darüber hinaus werden alle MOBOTIX Kamerabilder mit 2 fps (VGA) – 16 fps wären ebenfalls technisch möglich gewesen – und die Dome-Bilder mit 12 fps (VGA) fünf Stunden lang auf verschiedene Server gespeichert.
Videomanagement inklusive
Für die Steuerung der insgesamt 87 Kameras war kein zusätzliches Video-Management-System erforderlich, da alle notwendigen Anwendungen mit den Standard-Funktionen der MOBOTIX Kameras und dem kostenlosen MOBOTIX MxControlCenter-Programm abgebildet wurden.
Aufgrund der konkreten Anforderungen der Polizei hat MOBOTIX das Programm um verschiedene Features erweitert. So lassen sich Kamerasymbole in einem Hintergrundlayout positionieren, wobei der Betriebszustand der Kameras farbig dargestellt wird. Komfortable Vorschaufenster ermöglichen einen schnellen Einblick, farbige Softbuttons erleichtern die Zuordnung der Kamera und jeder Bediener kann sich seinen Überwachungsbereich selbst zusammenstellen. Selbst die Siemens Dome-Kameras werden nun individuell über den MxControlCenter gesteuert. Ein weiterer Vorteil: Die Bilder von zahlreichen Kameras lassen sich gleichzeitig mit hoher Bildrate live auf einem Bildschirm anzeigen.
Die Netzwerktechnik ermöglichte es schließlich, dass übers Internet auch von außen – wie zum Beispiel von der Verkehrsleitzentrale oder dem Polizeipräsidium – problemlos auf sämtliche Kamerabilder zugegriffen werden konnte. Für einen detaillierten Schaltplan der Lösung klicken Sie bitte auf das Diagramm.
Viel Lob
Mit der Überwachungstechnik ist Polizeioberrat Uwe Giertzsch sehr zufrieden: "Die Kollegen in der Leitzentrale fanden die Kamera-Unterstützung genial. Man konnte frühzeitig erkennen, wenn es irgendwo Probleme gab und gezielt eingreifen, bevor die Situation eskalierte." Besonders stolz ist der Leiter des Einsatzabschnitts Stadion darauf, dass es viel Lob von den Kollegen gab, die für die Sicherheit in den anderen WM-Stadien eingesetzt waren: "Die waren von dem System begeistert."
